Aktionstag "La Via Campesina" und Frühlingsfest am 24.4.2016

Liebe Freund_innen und Freund_e, liebe Interessierte,

wir laden euch sehr herzlich ein zum

Frühlingsfest und Aktionstag "La Via Campesina"
am Sonntag, dem 24.4.2016 ab 14 Uhr in Sehlis / Taucha

u.a. mit:
- Workshops zu kleinbäuerlicher Landwirtschaft
- Spiel, Spaß, Musik und Geschichten für kleine und große Leute (Musik, Kinderbuchlesung mit der Autorin Angela Brauer, Schminken, Zirkusakrobatik & Basteln)
- Kaffee, Kuchen & Pizza aus dem Steinofen
- Ackerführung bei der Gemüsekooperative „Rote Beete“
- Pflanzen- und Saatgut-Tausch
- Büchertisch zu kleinbäuerlicher Landwirtschaft
- Musik: die BrazzBanditinnen aus Leipzig

Ganz besonders freuen wir uns über die Workshops und Führungen:
 * Karawane Mesoamerika – für das Gute Leben der Menschen im Widerstand
 * Infos und Workshop zur Hühnerhaltung in Taucha und Nordsachsen
 * Wann, wenn nicht jetzt? Versuche, verinnerlichtem Kapitalismus zu begegnen. Sichtweisen Nichtkommerzieller Projekte.
 * Kräuterwanderung mit Sylke Kirsch.

Wann???
   
14.00 Uhr: Eröffnung in der Sehliser Dorfkirche
ab 14.15 Uhr: Workshops, Vorträge, Diskussionen
ab 15.00 Uhr: Frühlingsfest (im Vierseitenhof An der Schmiede 4; 04425 Sehlis / Taucha: [Auf der Karte: http://tinyurl.com/schmiede4])
 
ca. 17:30 Uhr: Best of BrazzBanditinnen & Pizza aus dem Steinofen

gegen 19:00 Uhr: Ende.

Da der Autoparkplätze nicht so viele sind, ist ein Kommen mit Rad oder auch Fahrgemeinschaften etc. eine gute Idee!

Wir freuen uns auf euer Kommen und auf den Aktionstag!
Die „La Via Campesina“-Vorbereitungsgruppe

PS: Weitere, detailliertere Informationen

// Übersicht //

[1] Einladung
[2] Workshops und Führungen
[3] Was ist der Aktionstag "La Via Campesina"?

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[1] Einladung

In Sehlis begehen wir den Aktionstag „La Via Campesina“ in diesem Jahr zum fünften Mal und wollen wieder Inhaltliches mit Praxis und Selber-Tun verbinden, Ernstes mit Lustigem – mit Groß und Klein. Wieder geht es um die „Ernährungs-souveränität“ und Perspektiven für eine bessere Entwicklung – vor Ort und weltweit.

Dieser Aktionstag findet zu einer Zeit statt, in der Kleinbäuer_innen und Land-arbeiter_innen in ihren Kämpfen zunehmender Repression ausgesetzt sind: So wurde Anfang März Berta Caceres, die Koordinatorin des Bürgerrats der Allgemeinen und Indigen Organisationen von Honduras (COPINH), ermordet, eine Woche später wurde in Kolumbien ein Mitglied der Land-arbeiter_innen-Assoziation von Arauca getötet, drei weitere Mitglieder von FENSUAGRO wurden  inhaftiert. Dies sind nur einige Beispiele für Bedrohungen, Inhaftierungen und Attentaten auf Menschen, die für ihre Rechte als Kleinbäuer_innen und Landarbeiter_innen eintreten. [MEHR INFOS: http://viacampesina.org]

In Europa sehen sich die Bäuer_innen weiter einem hohen Preisdruck ausgesetzt, dem im Rahmen einer stark industrialisierten Landwirtschaft oft nur die großen Betriebe standhalten können. Die Nutzung von vermutlich gesundheitsschädigenden Unkraut-vernichtungsmitteln wie Glyphosat erscheint angesichts dieser Rahmenbedingungen oft alternativlos, der Wachstumsdruck hin zu größeren Betrieben mit wenigen Angestellten ist enorm.

Während hier unsere Gesundheit und die Artenvielfalt eher still und leise gefährdet ist, ist das Leiden in der Massentierhaltung für viele Lebewesen sehr unmittelbar: So werden allein in Nordsachsen 6,6 Millionen Hühner in großen Farmen gehalten, 800,000 davon direkt vor unserer Haustür in Taucha.

Andererseits gibt es aber auch Gegenbewegungen:    
Zunehmend steigen Bauernhöfe auf das Prinzip der "Solidarischen Landwirtschaft" (SoLaWi) um, bei der die Mitglieder die Landwirtschaft mittragen und mit-produzierend zu "Prosument_innen" werden. Verbunden ist dies oftmals mit einer größeren Wertschätzung der Produkte sowie einem stärkeren Bewußtsein für den regionalen Anbau.
Nichtkommerzielle Projekte verschieben den Fokus noch stärker weg vom Waren-Charakter unserer Lebensmittel und fordern lang verinner-lichte Sichtweisen im real existierenden Kapitalismus heraus.

Wir freuen uns darauf, mit euch beim Aktionstag zu diesen Themen ins Gespräch zu kommen.

Die „La Via Campesina“-Vorbereitungsgruppe

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[2] Workshops und Führungen

[International, 14:15 Uhr]
Karawane Mesoamerika – für das Gute Leben der Menschen im Widerstand
Seit Mai 2015 bereist die Karawane diverse Gemeinden in Zentralamerika, die sich gegen die Ausbeutung und Zerstörung ihrer natürlichen Ressourcen durch lokale und transnationale Firmen zu Wehr setzen.
Die Gruppe Transgalaxia e.V. gibt einen Input zum Hintergrund und den Erfahrungen der Karawane. Anschließend geben die Videos von den bisherigen Stationen einen Einblick in die verschiedenen aktuellen Kämpfe gegen den „Neokolonialismus des 21. Jahrhunderts.
Transgalaxia e.V., http://caravaaparaelbeunvivier.org

[Regional & lokal, 14:15 Uhr]
Infos und Workshop zur Hühnerhaltung in Taucha und Nordsachsen
Im Fleischatlas 2016 nimmt Nordsachsen mit seiner Hühnerhaltung einen sehr prominenten Platz ein und Taucha ist mit ca. 800,000 Hühnern sehr prominent dabei. Wir wollen uns zum Thema und zu Handlungsmöglichkeiten austauschen.

[Regional, ca. 16:00 Uhr]
Ackerführung mit der Solidarischen Gemüsekooperative „Rote Beete“
Gemeinsam über die Äcker der Gemüse-kooperative „Rote Beete“  spazieren.
(http://rotebeete.org)

[Regional, 14:15 Uhr]
Workshop: Wann, wenn nicht jetzt? Versuche,  verinnerlichtem Kapitalismus zu begegnen
Sichtweisen Nichtkommerzieller Projekte.
ReBäcka Backkollektiv Leipzig und Getreide-Ini Ackerbau vom Karlshof (Uckermark)

[Lokal, 14:15 Uhr]
Kräuterwanderung mit Sylke Kirsch
Der Frühling lockt die ersten grünen Blättchen hervor. Gemeinsam mit Sylke Kirsch soll es auf eine Kräuterwanderung gehen, um Heil- und Wildkräuter der Umgebung zu entdecken.
Was wachsen für Wurzeln, Blätter, Blüten und Wildfrüchte auf Wiese, Feldrändern und im Wald? Den Reichtum soll es zum Riechen, Schmecken, Fühlen geben.

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[3] Was ist der Aktionstag "La Via Campesina"?

La Via Campesina  (span.: "der bäuerliche Weg") ist ein weltweites Netzwerk von Klein-bäuer_innen, Landarbeiter_innen, Landlosen, Fischer_innen und indigenen Gemeinschaften, das sich weltweit für Ernährungssouveränität einsetzt. Inzwischen gehören 164 Organisationen aus 79 Ländern dazu.

Der 17.4. ist der weltweite Aktionstag des Netzwerks - der Tag, an dem den Opfern des Massakers von Eldorado dos Carajás im brasilianischen Bundesstaat Pará am 17. April 1996 gedacht wird. Die Polizei ermordete damals 19 Landlose während einer friedlichen Demonstration.

Seitdem ist der 17. April der internationale Tag des Widerstands und der Aktion gegen alle Formen von Unterdrückung der ländlichen Bevölkerung.

Mehr Informationen: http://viacampesina.org

 

12. April 2016